Stationäre Physiotherapie nach Knie- oder Hüft-TEP
Gut informiert durch ihren stationären Aufenthalt
Lieber Patientin, lieber Patient,
Ihnen steht der Einsatz einer Knie- oder Hüft-Endoprothese im Endoprothetikzentrum des Städtischen Krankenhauses Nettetal bevor. Hier erhalten Sie einen Überblick über die bevorstehende physiotherapeutische Behandlung während ihres Krankenhausaufenthaltes. Ziel ist es , sie sicher, verständlich und transparent durch die ersten Tage nach der Operation zu begleiten.
Dauer des stationären Aufenthalts
Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?
Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 5–7 Tage. Die Dauer richtet sich nach Ihrem individuellen Heilungsverlauf und Ihrer Mobilität.
Gehen nach der Operation
Kann ich nach der Operation das neue Gelenk belasten?
Ihr neues Gelenk ist in der Regel direkt nach der OP voll belastbar. Ihr subjektives Schmerzempfinden fungiert als Belastungsgrenze.
Die Gangschule findet auf der Station statt und bereitet Sie auf Alltagssituationen vor:
• Ab dem 1. Tag nach der Operation
• Gehen mit Unterarmgehstützen
• Schulung des sicheren 3-Punkt- und 2-Punkt-Ganges
Treppensteigen
Ich muss im häuslichen Umfeld Treppen bewältigen. Ist dies möglich?
Ja. Unsere Physiotherapeuten zeigen Ihnen, wie es geht:
- In der Regel am 1.–2. Tag nach der Operation
- Bestandteil der physiotherapeutischen Gangschule
Sie lernen das sichere Auf- und Absteigen mit Gehstützen und Geländer.
Passive Mobilisation mit Motorschiene (nur bei Knie-TEP-Patienten)

Was ist eine Motorschiene und wofür ist sie wichtig?
Die Motorschiene (CPM – Continuous Passive Motion) dient der passiven Mobilisation des Kniegelenks.
Sie wird angewendet:
- Ab dem 1. Tag nach der Operation
- Täglich im Patientenzimmer
- mit dem Ziel der Verbesserung der Beweglichkeit bis ca. 90° Kniebeugung
Manuelle Lymphdrainage
Was bewirkt Lymphdrainage?
Lymphdrainage funktioniert durch sanfte, rhythmische Massagetechniken, die den Lymphfluss anregen, um gestaute Flüssigkeit (Wasser, Stoffwechselprodukte) aus dem Gewebe abzuleiten und Schwellungen zu reduzieren, was Schmerzen lindert, die Beweglichkeit fördert. Sie erfolgt während ihres Aufenthaltes:
• Nach Entfernung des Verbandmaterials
• Montags bis freitags im Patientenzimmer
• so lange die Schwellung therapierelevant ist
Knie- und Hüftgruppe

Wir bieten für unsere stationären Patienten eine angeleitete Gymnastik nach Knie- und Hüft-TEP an. Diese findet statt:
- Ab ca. dem 3. Tag nach der Operation
- Nach Rücksprache mit Ihrer Therapeutin / Ihrem Therapeuten
- bei NetteVital täglich um 13:30 Uhr
Ziele sind: Verbesserung des Gangbildes, Erhöhung der Sicherheit, Reduzierung des Sturzrisikos, Verbesserung der Beweglichkeit, Muskelaktivierung und Selbstständigkeit.
Eigenübungsprogramm
Muss ich selbst Übungen durchführen?
Ein selbstständig durchgeführtes Eigenübungsprogramm ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Therapie und kann ihren Rehafortschritt positiv beeinflussen.
Setzen Sie das Gelernte aus ihrer Gangmobilisation oder der Knie- und Hüftgruppe Gruppe selbstständig um.
Hierzu können sie auch den Übungsbereich auf der Station 3a (3.OG im Haupttreppenhaus des Krankenhauses) nutzen. Die Physiotherapeuten weisen Sie gern in die Nutzung ein und unterstützen Sie Ihren Fragen.
Die Übungen fördern Beweglichkeit, Muskelaktivierung und Selbstständigkeit.
Das sollten Sie mitbringen
Bitte denken Sie an folgende Dinge für Ihren stationären Aufenthalt:
• Bequeme, lockere Kleidung (Trainingsanzug, T-Shirts)
• Kurze Hosen oder weite Trainingshosen (für die Therapie)
• Feste, geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle
• Ggf. vorhandene Unterarmgehstützen
Kleidung & Schuhe – unsere Empfehlung
Welche Kleidung ist geeignet?
• Bequeme, lockere Kleidung
• Kurze Hosen oder weite Trainingshosen
• Leicht an- und auszuziehen
Welche Schuhe sollte ich tragen?
• Feste, geschlossene Schuhe
• Rutschfeste Sohle
• Guter Halt (z. B. Sportschuhe)
Bitte vermeiden Sie offene Hausschuhe oder Pantoffeln ohne Fersenhalt (Sturzgefahr).
Nach dem stationären Aufenthalt
Wie geht es nach dem Krankenhausaufenthalt weiter?
In der Regel schließt sich eine medizinische Rehabilitation an (ambulant oder stationär), mit Fokus auf:
- Aktiver Gelenkmobilisation
- Kraft- und Koordinationstraining
- Gang- und Treppensicherheit
Bitte setzten Sie sich mit dem Sozialdienst des Krankenhauses zur weiteren Planung in Verbindung. (Tel.: 02153 125 852). Eine Ambulante Rehabilitation ist unter bestimmten Voraussetzung auch bei NetteVital möglich.
Langfristig wird ein eigenverantwortliches Erhaltungstraining empfohlen.
Möglich sind z.B.:
- Medizinische Trainingstherapie oder Krankengymnastik am Gerät
- Rehabilitationssport (Knie- und Hüftsportgruppe)
- T-RENA-Programm (Trainingstherapeutische Rehabilitationsnachsorge) der Deutschen Rentenversicherung
Allen genannten Maßnahmen sind auch bei NetteVital möglich.